Puh, was für eine langweilige Show. Aber was für eine herrliche Nacht! Und welch wunderbare Freude über die Gewinnerin des Abends!
Mit meinen Tipps habe ich zwar mal wieder ordentlich daneben gelegen (sieben aus dreiundzwanzig ist wirklich bescheiden), aber das ist mir ziemlich egal, ich mache das ja im Grunde nur, um mich vorher doch noch mal ausführlich mit allen Nominierungen zu beschäftigen. Viel mehr freue ich mich, dass dafür tatsächlich auch einige meiner Wunschkandidaten eine Statue mitnehmen durften. Ganz besonders Kathryn Bigelows The Hurt Locker. Denn wenn es irgendein Film verdient hat, während der Oscars hochzugehen, dann wirklich dieser. Suck it up, Cameron! Außerdem verdient: Jeff Bridges. Mein neuer Jack Nicholson. Quasi.
Ganzganz großen Spaß hatte ich dann übrigens an meinen Aretha’s Hat Sessions. Ein, wie ich nur immer wieder betonen kann, völlig unterbewertetes Meme.
Vielen Dank auch an Peter und an die lieben Kolleginnen und Kollegen, die mitgemacht haben. Ich hatte großen Spaß. Wegen Euch!
Da sind sie, meine Tipps für dieses Jahr. Anstrengende Sache dieses Mal, denn ich gehe doch relativ unvorbereitet in die Veranstaltung. Aus diesem Grund habe ich dann teils aber einfach mal was gewagt, statt wie gewohnt auf Vernunft zu setzen. Die hat mich ja sonst auch nie sehr weit gebracht.
Fett und unterstrichen sind meine verbindlichen Tipps und das H♥rz markiert – soweit vorhanden – meine Wunschkandidaten. Die entsprechenden Gewinner werden ich im Laufe des Abends farbig kennzeichnen.
Best Picture
• Avatar
• The Blind Side
• District 9
• An Education
• The Hurt Locker ♥
• Inglourious Basterds
• Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire
• A Serious Man
• Up
• Up in the Air
Actor in a Leading Role
• Jeff Bridges / Crazy Heart ♥
• George Clooney / Up in the Air
• Colin Firth / A Single Man
• Morgan Freeman / Invictus
• Jeremy Renner / The Hurt Locker
Actor in a Supporting Role
• Matt Damon / Invictus
• Woody Harrelson / The Messenger
• Christopher Plummer / The Last Station
• Stanley Tucci / The Lovely Bones
• Christoph Waltz / Inglourious Basterds ♥
Actress in a Leading Role
• Sandra Bullock / The Blind Side
• Helen Mirren / The Last Station
• Carey Mulligan / An Education
• Gabourey Sidibe / Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire
• Meryl Streep / Julie & Julia ♥
Actress in a Supporting Role
• Penélope Cruz / Nine
• Vera Farmiga / Up in the Air
• Maggie Gyllenhaal / Crazy Heart
• Anna Kendrick / Up in the Air
• Mo’Nique / Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire
Drei Dinge, die hier schon seit einiger Zeit liegen und die immer noch nichts von ihrem Glanz verloren haben. Drei Dinge, die ich euch gerne weitergeben möchte, weil sie bei mir einen Eindruck hinterlassen haben.
• The Saddest Bear of All
ist ein wunderbares, kleines, rundes Comic über einen unzufriedenen Bären.
• Madenautomat
hat mich neulich im Bett und kurz vorm Einschlafen wirklich Tränen lachen lassen.
(via)
• Buchstabier mir LKW
ist der Titel eines sehr ruhigen und herrlich unaufgeregten Hörspiels von Johanna Steiner über eine dreitägige Reise nach Trondheim und ein bisschen auch zu sich. ♡
(via)
Viel Spaß!
Peter Noster hat mich dazu eingeladen, morgen Teil seiner Oscar Berichterstattung zu sein. Das freut mich wirklich sehr und wenn Peter ruft, gibt es für mich gar keine Frage, da bin ich sofort dabei. Vor allem noch mit so schönen und altbekannten Kollegen wie Anne und Mischa im Team.
In den letzten Jahren hatte ich wirklich immer unverschämt viel Spaß an den Oscars in Verbindung mit dem Internet. Das ist erfahrungsgemäß extrem großartig. (Und irgendwie ist es auch ein kleiner Vorgeschmack auf weitere, ganz vielleicht bald wiederkehrende Events.)
Solltet ihr also Lust haben, ein bisschen mitzulesen, ich lege es euch hiermit ans Herz. (Twitter geht auch, wenn ihr lieb seid.)
Klammer auf. Wenn ich gerade darüber nachdenke, dass ich das letztes Mal noch in Hannover saß, fühlt sich das gerade unvorstellbar weit weg und in wirklich keiner nachvollziehbaren Weise mehr nach meinem Leben an. Und ich glaube, das ist irgendwie gut. Klammer zu.
Eine Testosteron geschwängerte Gruppe Italiener, die auf zwei U-Bahntüren verteilt darauf wartet, dass sich diese ohne den notwendigen Knopfdruck automatisch öffnet, kann von der anderen Seite aus ein wahrhaft großartiger Anblick sein.
Zu lesen, was wohl die Hauptmotivation des Hauses Disney für einen neuen Muppet Film ist, macht mich traurig. Sehrsehr traurig.
It’s all part of Disney’s new edict to make, essentially, only two kinds of films: The $150 million-plus blockbuster with lots of CGI and merchandising (i.e., anything that was once a ride at Disneyland or already a Disney title; anything old or new from Pixar; or a major character at Marvel Studios, for which it paid $4 billion last year) or the $30 million project with young, cheap, on-the-cusp movie stars. (Think Freaky Friday, a Disney-associated title which the studio is talking about making yet again, just seven years after the Lindsay Lohan remake.) “Everything in the middle,” says one producer on the Disney lot, “is toast.”
Disney to Hollywood: If It Can’t Sell Toys, It Had Better Be Cheap
Claude Brodesser-Akner beim New York Magazine
Hach, ich hatte die Tage ja wirklich Freudentränen in den Augen, als ich zum ersten Mal gesehen habe, dass die halbe Stadt momentan mit dem Burton Batman Logo plakatiert ist.
Gurt
Als ich gestern Morgen aus der Haustür sprang, mir gerade die Kopfhörerstöpsel in die Ohren stöpseln und alle Systeme auf Autopilot schalten wollte, sprach mich ein äußerst verzweifelt dreinschauender Nachbar von der Seite an und bat freundlich um meine Hilfe.
Dank des regelmäßigen Schneefalls und der ständig um die Null tanzenden Temperaturen, haben sich viele Straßen in Berlin in kleine Eiskanäle verwandelt. Besonders durch die Nebenstraßen ziehen sich überall rechts und links lange Wälle und Hügelketten aus einem Gemisch von Eis, altem Schnee und Streugutstracciatella. Und bei jedem Neuschnee werden diese natürlich wieder sorgfältig von den Schneepflügen der Stadtreinigung angefüttert. Wer hier dann sein Auto nicht gelegentlich mal bewegt, dem kann es schnell passieren, dass es von unten regelrecht festgebuddelt (resp. -gefroren) oder mit etwas Glück nur von wuchtigen Eismauern umarmt wird.
Und genau an letzterem hatte mein Nachbar gerade seine helle Freude. Sein Krater war zu hoch und seine Reifen zu unmotiviert. Zwar brauchten wir letztlich nur fünf Minuten wiederholte Vor- und Zurückschieberei, bis alle vier Sommerreifen des alten BMW Kombis vergnügt über das kleine Gebirge zwischen Straße und Parkplatz flutschten, ärgerlicherweise hatte ich es in all dem Getöse aber auch einmal geschafft, mich so richtig 1A lang zu packen. Wunderbar klassisch beim Schieben am Heck, als der Wagen unerwartet lässig seine eisige Hürde nahm und einen weiten Satz nach vorne machte. Zum Glück war die Sache aber nicht weiter wild. Ein bisschen Schnee an Hose und Ärmeln und der Rechner in der Tasche, dem meine erste Sorge galt, zeigte sich von der ganzen Geschichte sowieso völlig unbeeindruckt. So schlitterten mein Nachbar und ich also unserer Wege und über den Frust der nassen Hose wuchs schnell das schöne Gefühl, bereits früh morgens eine gute Tat getan zu haben. Auf so was kann man sich dann ja auch erst mal mehrere Stunden ausruhen.
Weshalb ich das alles erzähle? Keine Stunde später fand ich im Büro die 1:1 Illustration dieses Erlebnisses in der aktuellen LTB – Sonderausgabe “Enten Edition”. Nur das mit dem dort abgebildeten Cape ist natürlich völlig Quatsch. Meins ist ja rot.
… help is never far away!
Das da oben ist mein gestriges Abendprogramm. Meins und das der kichernden Kollegin. Die zweite Episode einer mittlerweile seit einem Jahr geplanten Videoabendreihe mit dem groben Oberthema “Schildkrötengummikostüme“. Nachdem wir neulich von Teil Eins beinahe sogar cineastisch beeindruckt waren, bot Turtles 2 – The Secret of the Ooze als klassisches Sequel dann doch endlich genau den nicht abreißenden Klamauk, auf den wir all die Zeit gehofft haben. Ninja Rap mit Vanilla Ice, grimmig grummelnde Sensais, wirre Professoren, riesige Bart Simpson Gläser, Karate Kid Zitate und vor allem: Große, strunzdumme Mutanten!
Um es mit Donatellos Worten zu sagen: Eclectic!
2010. !!.
Zack, Bämm, Kuss! Plötzlich stand er vor mir, der neue Track von Kristian Matsson. Und gleich dahinter, ungeduldig tänzelnd, die Ankündigung des neuen Albums. Wahnsinn. Ach mann. The Tallest Man On Earth! Hach.
The Tallest Man On Earth – King of Spain
via Dead Oceans
Einen schönen Sonntagabend! Mehr gerade nicht.
Es gibt viele Traditionen in den Welten der Blogs, mit denen ich mich so umgebe. Eine der schönsten ist die Jahresliste in der grünen Welt nebenan: Anne listet ihre zehn liebsten Alben des zurückliegenden Jahres auf. Klingt banal, ich weiß. Aber sie listet nicht nur, sie beschreibt, ordnet ein und zeichnet Bilder. Und plötzlich bekommt man eine Ahnung, wieso ihr Herz in den letzten zwölf Monaten diese Rhythmen schlug. Zackzack! Hin da!
Ha! Jetzt habe ich es endlich auch geschafft, durch meine Fotos aus dem verlassenen Säuglings- und Kinderkrankenhaus in Berlin Weißensee zu gehen. Es ist immerhin bereits zwei Wochen her, dass ich da mit Miss Sophie und Christoph durch die leeren Flure und Keller mit all den blätternden Wänden und knirschenden Fußböden getapert bin. Ehrlich, bei solchen Geschwindigkeiten wird das nie was mit dem Bloggen, Philipp.
David Byrne mit einem kleinen, aber feinen Text über die Stadt.
(via leider vergessen)
Ein bisschen cool finde ich das ja schon, dass ich jetzt öfter am Berliner Denkmal für die X-Men vorbei muss.
… ich liebe euch immer noch alle!
Da geht mein 2009. Ein Jahreswechsel, den ich außerhalb der Tradition vielervieler Jahre verbringe. Es gibt keine selbstgebauten Marzipanschweine und den Zettel mit meiner Botschaft an das neue Jahr werde ich nicht im Kreise der gewohnten Freunde per Lagerfeuer, sondern alleine mit meinem Berliner Gasherd auf die Reise schicken. Klingt ein bisschen traurig, aber das ist genau so, wie ich es aus all den Möglichkeiten gewählt habe. 2009 und ich, wir hatten da noch was zu klären und das ging nur unter 2011 Augen.
(Euch allesalles Liebe und weniger offenen Rechnungen!)
Ich war dieser Tage viel draußen. Ich mag den Winter auch in seiner grauen, tristesten Form.
Morgen geht’s endlich zurück nach Berlin.
Gestern habe ich mich mit meiner kleinen Digital Harinezumi (eine farbverfälschende, zweimegapixelige Kamera ohne Fotovorschau) querfeldein durch den Wald geschlichen und auf diesem “Wege” die Geheimverstecke, Herzen und bröselnden Friedhöfe fremder Menschen entdeckt. Schön war’s.
