Dieser Focus Online Artikel über Viccow von Bülow bei Beckmann hat mir zwei Sachen wieder vollkommen klar gemacht. Ich wusste ganz plötzlich wieder, weshalb ich seit langer Zeit mehr Internet als Fernsehen gucke:
Doch Beckmann ließ seine Sendung zum Treffen eines Loriot-Fanclubs verkommen und ernannte sich selbst kurzerhand zu dessen Vorsitzendem. Loriots Genie wurde damit leider ausgebremst.
(…)
Die Sendung war ein Beweis dafür, wie erbarmungswürdig Feinsinn an einem Frager zerschellen kann, der dem Ablauf mehr Aufmerksamkeit schenkt als seinem Gast. „Jetzt haben sie mir die Pointe kaputt gemacht. Ich habe mich so gut vorbereitet“, entfuhr es Beckmann, als Loriot wagte vorwegzunehmen, dass die von ihm erdachte Steinlaus sogar Eingang in wissenschaftliche Fachliteratur gefunden hat.
Und ich wusste ganz plötzlich wieder, weshalb ich den Focus für gewöhnlich nur noch beim Friseur anfasse:
Nur Loriot kann Trauer mit einem Schmunzeln belegen. Der anarchistische unter den Perfektionisten verabschiedete sich in dem vor der Sendung neu aufgezeichneten Interview von seiner Freundin Evelyn Hamann: „Dein Timing war immer perfekt. Nur heute hast du die Reihenfolge nicht eingehalten … Na warte!“ Das schlichte, aber vollkommene „Na warte“ weckte Erinnerungen an den feinen, subtilen Humor, für den Loriot steht und den Evelyn Hamann an seiner Seite verkörperte. Ehrlicher und tiefer kann man nicht trauern.
Loriot stellte mit den knappen Abschiedsworten an die langjährige Weggefährtin seine Klasse unter Beweis. Unwillkürlich blitzten beim Zuschauer Erinnerungen an „Ödipussi“, das Jodel-Diplom der Frau Hoppenstedt und die Herren-Boutique des Papstes auf.
Nachtrag: Und noch eine kleine humorgeschichtliche Nachhilfestunde, lieber Focus Online. So viel zu
Nur Loriot kann Trauer mit einem Schmunzeln belegen.
Fuck!
AUSHOLEN & ZUSCHLAGEN
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Schön, daß Du die “Nachhilfestunde” hervorholst. Traurig-lustiger geht es nicht.
Die “Nachhilfestunde” ist ein Klassiker. Toll. Übrigens, Chapman, schon schwerkrank und im Rollstuhl, wurde in einer Fernsehsendung gefragt, wie es ihm denn so ginge. Chapman: “I’m fine, it’s only the cancer that’s the fucking problem!”
Hähä, das wusste ich gar nicht. Hach…