Gerade an einer Handvoll Autos vorbeigegangen, auf deren verfrosteten Dächern und Windschutzscheiben mit Fingern geschrieben stand: Wähl Grün/90 – Anarchie!
Gerade an einer Handvoll Autos vorbeigegangen, auf deren verfrosteten Dächern und Windschutzscheiben mit Fingern geschrieben stand: Wähl Grün/90 – Anarchie!
Egal, welchen anderen Eindruck einem die meisten Menschen hier im öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt vermitteln wollen, wenn ich dieser Tage im kleinen Stil von Verabredung zu Verabredung reise, dann fühlt sich das alles einfach nur so an:
Hermi, der gerade an der Ostsee sitzt, um dort Kinderfilme zu zeigen, hat mir gestern diesen Screenshot vom mehr oder weniger internettauglichen Rechner seiner Unterkunft geschickt:
Ich kann mir das ja auch nicht erklären.
Wer mein letztes Herbstmixtape noch im Kopf hat, der erinnert sich gegebenenfalls auch noch an den wunderbaren Opener Sharks der jungen Schwedin Hajen. Dieser wurde mir damals auf Nachfrage von ihrem sehrsehr sympathischen Label Knoppar zur Verfügung gestellt.
Hajen und drei weitere, fast genauso wunderbare Musiker (siehe Zitat) planen nun für den Mai diesen Jahres eine kleine Europatour mit DIY Charakter und suchen genau für diesen Zweck nach Locations zum spielen und schlafen:
Hello!
My name is Susanna Brandin, I’m a singer/songwriter from Gothenburg, Sweden currently working on getting a two-week European tour together for the first half of May 2009 (4th-24th). It will be me, Winter Took His Life and my good friends Anton Mattsson aka Euphoria And The Lazy Boy, Amanda Bergman aka Hajen and Henrik Ohberg aka Tvärvägen who will be playing a one-hour set together, as a small band, although we’re all usually solo artists.
To do this we would need food, drinks and a place to sleep for four people (nothing fancy) and money to cover gas and such (which would be a minimium of 200 euros).
(…)
Hoping to hear from you soon. Thank you.
Susanna
Solltet ihr entsprechende Beziehungen im Land haben, würde ich mich tatsächlich sehr freuen, wenn ihr diese einfach mal zu Gunsten der vier Herrschaften aktivieren könntet.
Was man von dem Wunderpaket zu erwarten hat, könnt ihr hier im Blog von Knoppar sehen. Schwer abzulehnen, würde ich sagen.
Alle Angebote/Vorschläge/Nachfragen sollten an knoppar//gmail//com gehen. (Und liebend gerne auch zur Info an mich. Interessiert mich ja sehr, ob wir da nicht was bewegen können.)
Tusen Tack!
Publizist und Roland Koch Biograph Hajo Schumacher in der gestrigen hr2 Sendung “Der Tag” Deutschland, 28. September 2009 – Ein Land in Schwarzgelb auf die Frage, ob er denn im Falle eine Wechsels Roland Kochs in die Bundespolitik noch einmal eine neue Biographie schreiben würde:
Das Problem ist ein wenig, dass die, ähm, dieses wirklich epochale Buch, was ich da angefertigt habe, vor vier Jahren, sich inzwischen, wie der Verlag mir mitteilte, als unverkäuflich erweist. Es liegt wie Blei in den Regalen und wird jetzt dem Wertstoffkreislauf zugeführt. Geistige Ergüsse wie dieses Buch werden dann irgendwann, wenn sie nicht mehr zu verkaufen sind, leider nur noch an ihrem Papierwert gemessen, die werden ganz fein geschreddert und zu Dämmplatten verarbeitet, also mit denen man dann Häuser isolieren kann. Insofern ist das Kochs Beitrag zur Energiewende in Hessen.
Hihihi.
… und weil ich mich gerade mit großer Begeisterung durch alle vier Staffel gucke.
And the fish aren’t coming still,
they wait and wait until.
We put our anchor down,
we steal a few hours in town.
My feet weren’t made for the sea,
they were made for running free.
Wenn mein Leben ein Comic sein könnte, meine Kindheit wäre ein Calvin and Hobbes Strip. Prägen lassen würde ich mich wohl von den selben Sachen, wie in echt auch. Nur halt vielviel abenteuerlicher. Die großen, guten Zeiten würde ich niemand anderem als Liz Greenfield anvertrauen. Trauer und Täler lägen schwarz und weiß in den Händen Jasons.
Mein bester Freund hätte den Spitznamen Butternutsquash, mein Hund hieße Fred. Mit Mawil und Zwarwald würde ich mich immer wieder, aber eigentlich viel zu unregelmäßig auf Getränk und Musik treffen. Leider würde man sich dann aber über die Jahre aus den Augen verlieren. Andere Stadt oder Job oder so. Wenn ich wohl auch im Comic niemals in einem Großraumbüro arbeiten würde, mein Lieblingskollege wäre immer und überall so trocken, deplatziert und zynisch wie Bob.
Die Zeit mit der einen wichtigen Frau wäre so wunderbar naiv, ehrlich und schön wie ein Sonntagsdreizeiler mit Snoopy und Woodstock. Kinder? Ja, warum eigentlich nicht. Die werden dann aber ausschließlich mit den guten Dingen gefüttert. Ich bin meinen Eltern noch heute dankbar, dass sie stets einen Daumen auf den von mir konsumierten Medien hatten.
Später würden wir dann aufs Land ziehen. Ich bin für Holzhaus mit See. Den besuchenden Enkeln würde ich dann Abends immer heimlich Witze von Wulffmorgenthaler erzählen, während alle anderen um uns herum wuseln.
Bliebe wohl nur noch das Ende der Geschichte. Der Abschied. Dieser würde den Kreis wieder schließen. Er wäre vollkommen unaufgeregt und mit offenem Herzen wie die letzte Seite Calvin and Hobbes. Im Winter. Draußen im Schnee.
Letzte Woche war ich bei Flickr unterwegs und wollte nach ein paar schönen Bildern für mein kleines Street Art Tumbleblog “stickers” buddeln. Dabei bin ich über dieses Stencil gestolpert, dass mir letztlich zwar nicht nett genug zum bloggen war, nett genug aber, um doch mal eben einen Blick in das Profil der Fotografin richelle zu werfen und mich von hier gleich weiter zu ihrem Fotoblog “i daydream” leiten zu lassen.
Meine kleine Reise ging weiter, als mir nach freudigem Blättern durchs Archiv dieses verschwommene Foto aus Wales ins Auge sprang. Weil Lo-fi Fotografie eine andere meiner Schwächen ist, wurde Google sofort nach der von Forsey benutzten Kamera, der Baby Brownie, befragt und ich war bereits nach drei Klicks schlagartig in den kleinen schwarzen Würfel von Eastman Kodak aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts verliebt. Whoa!
Meine Herz schlug so hoch, dass ich es nur mit einem Besuch bei eBay zu beruhigen vermochte und damit auch tatsächlich Glück hatte: Als hätte es nicht besser kommen können, gab es dort genau ein deutsches Angebot mit ganz genau dem einen, von mir plötzlich so heißbegehrten Modell. Startpreis zehn Euro. Und hell yes! Drei Tage später war sie meine! Aus Mangel an Mitbietern habe ich mit einem Gemisch aus schlechtem Gewissen und großer Freude zehn Euro plus Versandkosten überwiesen und seit vorgestern liegt sie nun hier und lässt mein Herz bei jedem Blick bis zum Hals schlagen. Meine Kodak Baby Brownie! Mit Anleitung, bereits eingelegtem Rollfilm und ganz besonders: Mit herrlich vergnügt lachender Ledertasche.
Internet, ich liebe dich! ♥
Ha! Fast vergessen. Mein hochgeschätzter Kollege war am vergangenen Wochenende in der Hauptstadt und hat dort mit der hochgeschätzten Kollegin als Location Scout ganz viel Street Art abgefilmt. Das hier kam abends als Gruß. Daaaaaanke!
Hier läuft seit kurzem wieder Tag und Nacht The Wire. Ich drehe mittlerweile meine zweite Runde durch Baltimores Polizei- und Drogensümpfe. Weihnachten und ein gebrochener Pfundkurs haben die heiß ersehnte Komplettbox möglich gemacht und so habe ich konsequenterweise einfach noch mal ganz vorne angefangen, um dann am Ende die fünfte und letzte Staffel, die einzige die ich noch nicht kenne, angemessen zu feiern und um somit einer unfassbar großartigen Serie den einzigen Abschied zu geben, den sie verdient: Einen großen.
Und holy motherfucking sheeeeit. Ich wusste gar nicht, wie sehr ich all die wunderbaren Charaktere vermisst habe. (Bloß nicht tiefer reinlesen, wenn man’s noch nicht gesehen hat!) Allein als ich gestern mit der zweiten Staffel angefangen habe, kam sofort beim Klang des so vertrauten Namen Frank Sobotkas die erste Gänsehaut.
Und wer mir jetzt mit den Sopranos oder gar den Simpsons kommt, der fliegt hochkantig raus.
Aus dem fantastischen Blog London Shop Fronts.
Liebe Leute, ich möchte euch hiermit ans Herz legen, dass ihr euch etwas Gutes ans Herz legen lasst. Anne hat mit spürbar großer Zuneigung ihre Lieblingsalben des vergangenen Jahres zusammengeschrieben. Eine Liste, die jeden Absatz lohnt. Ganz ehrlich.
