Bis gestern war mir die Klasse 10k des Hermann-Billung-Gymnasiums in Celle vollkommen unbekannt. Seit gestern ist sie mir sehr sympathisch. Denn erstens hat sie ein eigenes Blog und zweitens scheint ihr Deutschlehrer einer von den Guten zu sein, wenn er für dieses Projekt verantwortlich ist und es auch noch für unbedenklich hält, seinen Schülern mit diesem Post den Delphin ans Herz zu legen.
Ein Blog, den ich öfter lese, ist Delphinehauen.de. Hinter dem brutal anmutenden Titel versteckt sich ein recht harmloser junger Mensch, der gar nicht viel über sich preis gibt, außer seinen Erfahrungen, die er im Internet macht. So scheint der Mann interessiert an guter Musik zu sein und erstellt sogar kostenlose, herbstlich-melancholische CD-Sampler aus Musik, die kostenfrei im Internet runtergladen werden kann. Wenn das nichts ist (jedenfalls für ältere Herrschaften wie meine Wenigkeit ;-) )
Ganz ehrlich, ich habe mich gerade wie ein Vorschüler gefreut. Danke dafür!
Da ich bei euch leider nicht kommentieren kann, hier einfach mal eine kleine Erklärung zum “gar nicht viel von sich preis geben” (muss man jetzt aber nicht lesen): Delphine Hauen ist auf jeden Fall ein personal Blog. Ich habe mir hier diesen Ort gebaut und erschrieben, weil ich Spaß daran habe, meine Gedanken, Ideen und Entdeckungen zu teilen. Dies geschieht offen und ist für jeden zugänglich und ist somit ganz genau das, was an Blogs so großartig ist: Jeder kann. Weil aber eben auch wirklich “jeder” kann, bin ich durchaus dazu geneigt, manches aus meinem Leben vor dem Veröffentlichen zu filtern. Als Blogger habe ich die Freiheit zu bestimmen, wie viel ich von mir preis gebe und damit eben auch, auf was ich mich später eventuell mal festnageln lassen muss. Denn was hier steht, ist nicht nur Freunden und Bekannten zugänglich, da lesen auch mir völlig fremde Deutschlehrer oder vielleicht sogar zukünftige Chefs und Geldgeber mit.
Ich bin gespannt, was sich da bei euch noch ergibt und hoffe, dass aus eurem Projekt bald ein paar neue, persönliche Blogs entstehen. Ansonsten einfach viel Spaß in der Welt der Blogs! Ich habe ja keine Ahnung, wie sehr ihr teilweise schon rumgekommen seid, aber ich garantiere euch, es gibt täglich neues, immer noch viel besseres zu entdecken.
Ach, übrigens. Noch eine Sache, die mir nie jemand gesagt hat, die mir aber sehr geholfen hätte: Das mit dem Leben und so, das wird alles besser. Versprochen.
(Und lasst euch nix erzählen, es heißt tatsächlich “das” Blog.)
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Bitte, gern geschehen und dabei ist kein einziges Wort geschönt ;-) Vielen Dank für die wichtige Erklärung, die ich, obgleich sie eingefordert wurde, bisher nicht selbst gegeben habe. Wertvoll sind die zugefügten Ergänzungen über den allgemeinen Sinn des Lebens.
Die Erklärung war ein schöner Vorwand, das hier einfach auch mal allgemein festzuhalten. Und außerdem mag ich Blogtheorie. ;)
Und noch mal: Ich finde das Projekt tatsächlich sehr großartig und freue mich, dass solche Dinge behandelt werden.
Bis eben war mir “das” Delphinehauen-Blog noch vollkommen unbekannt. Ich finde es verwunderlich, dass schon nach so kurzer Zeit jemand Kenntnis von einem noch so kleinen und jungen Blog genommen hat, wie unserem. Das freut mich ;) ! Als ich den Beitrag unseres Lehres gelesen habe und im Zuge dessen auch auf diese Seite gestoßen bin, wurde ich neugierig und habe angefangen zu lesen! Respekt! Faszinierend wie Vielfältig sich das ganze gestaltet über Jahre hinweg. Angetan war ich z.B. von dem Eintrag vom 26.09.2008 “Schief liegen”. Manchmal wird nur von einem kurz andauernden Moment berichtet, welcher dennoch aufschlussreich sein kann oder wie in diesem Fall lustig! Insgesamt glaube ich, dass dies nicht der letzte Kommentar sein wird und ein neuer Leser gefunden wurde :) ! MfG Jonas
Ich find das gerade ganz toll. Endlich mal vorurteilsfreie Blogempfehlungen.
Falls der Deutschlehrer hier noch mitliest: Wenn ich das richtig verstanden habe, handelt es sich bei den meisten Beiträgen bisher um die Hausaufgabe “Finde ein Blog und schreib darüber”? Wird das tatsächlich “nur” als Hausaufgabe erledigt oder wird das auch im Unterricht reflektiert? Was wäre z.b. Ihre Reaktion, wenn einer Ihrer Schüler (ich lasse das gendern mal aus Faulheitsgründen) z.b. Politically Incorrect entdeckt, verlinkt und somit seinen Mitschülern Textsammlungen erschließt, die zumindest fragwürdiger Natur sind. Im Endeffekt: Wie würden Sie damit umgehen, wenn Ihr Schüler nicht nur solch an sich harmlose Blogs wie das von Philipp hier (sorry ;)) entdecken?
Respekt, eine klasse Idee. Passender Weise sehe ich gerade im Programm der re:publica ’09 zwei Vorträge zu diesem Thema:
“Schulen ins Netz – Lernen von, in und mit dem Web 2.0 (nicht nur in der Schule)”
und
“Lernen und Lehren 2.0 – Einsatz von Web 2.0 basierten Tools und Communityseiten zur Unterstützung von Lehren und Lernen in verschiedenen Bildungssettings.”
Also rein in den Reisebus und ab nach Berlin. Positivbeispiele werden immer gebraucht. :)
Um das einmal ganz kurz darzustellen: Obwohl ich der Deutschlehrer bin, gestaltet letztlich (m)ein Referendar den Unterricht. Da wäre ich also im konkreten Fall fein raus, oder? Nein, nicht wirklich. Die Verantwortung, die wir als Lehrende hier tragen, ist enorm. Die Hausaufgabe zeigt, dass die meisten meiner Schüler sich ohnehin im Netz umhertreiben und durchaus diverse Blogs kennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich dabei Blogs fragwürdigen Inhalts einschleichen, ist auf jeden Fall existent; ich muss also davon ausgehen, dass ich dies gar nicht verhindern kann. Die Frage, die sich stellt: Will ich das überhaupt verhindern? Nein, das will ich nicht. Warum soll ich von vornherein etwas zensieren? (Mal abgesehen von der Tatsache, dass zensierte Inhalte durch die Zensur eigentlich erst interessant werden). Gewinnbringender ist in meinen Augen folgender Weg: Junge Menschen müssen unvoreingenommen diesen Inhalten (dabei geht es überhaupt nicht um das Medium, das die Inhalte transportiert) begegnen können. [Es stellt sich die Frage: Warum zensieren wir dann trotzdem bestimmte Inhalte? In der Schule ist es sicherlich so, dass ja dennoch die Gefahr besteht, dass Schüler, die (noch) nicht in der Lage sind, inhaltskritisch vorzugehen, an bestimmte Inhalte gelangen. Cave-canem-gleich muss hier also geschützt werden. Hier liegt übrigens der wirkliche Schwachpunkt der Zensurfrage: Sollten nicht alle Menschen gleich mündig behandelt werden und sich grundsätzlich selbst ein Bild machen?] Wirklich wichtig ist aber, dass sie, die Schüler, in der Lage sind, auf Grundlage eines Wertekanons die Inhalte zu bewerten und selbst zu reflektieren. Sie müssen erkennen, dass sie hier und da belogen werden oder dass es um menschenverachtende Aussagen geht oder dass es um strafrechtlich relevante Dinge geht. Das ist das, was wir fortwährend üben. Täten wir’s nicht, so machten wir unsere Schüler doch gar nicht fit für die Welt von morgen, so würden wir ihnen doch gar nicht ermöglichen, diese Welt zu verbessern, diese Gesellschaft zu gestalten.
Fiktives Beispiel: Ein Schüler verlinkt auf eine Seite extremistischen Inhalts. Hier muss in der inhaltlichen Auseinandersetzung eine Entkräftung der “Argumente” erfolgen. Dabei geht es nicht darum, dass die Schüler das glauben, was ich ihnen vorbete.
Somit muss neben einer rein aufzählenden Darstellung von Blogs natürlich auch darüber gesprochen werden und müssen Inhalte auch bewertet werden. Ohne das geht’s einfach nicht.
Abschließend eine Anmerkung: Versteht mich nicht falsch, ich will die Gefahr, die von Extremisten in unserer Gesellschaft ausgeht, überhaupt nicht runterspielen oder die Augen davor verschließen. Diese Gefahr ist in der Tat gegeben, das sehe ich tagtäglich. Aber wir (die Lehrer) wollen ja Schüler zu mündigen Bürgern machen und nicht unsere Ansichten/Meinungen mit dem Nürnberger Trichter in den Schülerkopf einzementieren.
Vorweg: Ganz genau das hier ist eine dieser Sachen, die Weblogs so großartig machen.
Alexander Gehmlich (ich habe den Namen mal von nebenan übernommen, “Deutschlehrer” ist so furchtbar unpersönlich. Ich hoffe, das ist okay.): Eine schönere Einordnung der Dinge kann man sich ja fast nicht wünschen. Ich muss meine Begeisterung fast ein bisschen zügeln, denn ich sehe tatsächlich keinen einzigen Punkt, an dem ich mich stoßen würde, bzw den ich nicht sofort unterschreiben würde.
Abgesehen davon wünschte ich, ich hätte als Schüler auch nur ansatzweise eine Ahnung davon gehabt, wie sehr sich meine Lehrer mit den Dingen hinter dem Lehrstoff beschäftigt haben.
Jonas: Schön, dass du dich hier wohlfühlst und danke für die lieben Worte. Die von dir angesprochene Vielfältigkeit ist genau das, was ein (personal) Blog so schön macht. Im Grunde mache ich einfach nur die Sachen, die mir selber Spaß machen. Wenn dann plötzlich Leute vorbeikommen, die das mögen, kommentieren, linken oder sogar Mails schreiben, dann ist das (neben dem Kribbeln kurz vorm Klick auf den “Publish” Button) eines der besten Gefühle beim ganzen Bloggen. Soll heißen: Ich freu mich wie sonstwas, dass du die Natur dieser Seite sofort erkannt hast. :) Setz dich, hab Spaß, im Kühlschrank steht noch … ähm … Cola. ;)
ben: Ich werde übrigens (wieder) da sein. Habe mir das Programm noch nicht angeschaut, ein Panel steht ja jetzt aber auf jeden Fall schon fest. :) Vielleicht sieht man sich.
robert: Ich werd dir schon noch zeigen, wer hier harmlos ist! (Sag noch einmal harmlos, dann lass ich meinen Herm los.) (Ouch. Ganz harte Kost hier. ;))
Hallo alle zusammen! Ich bin auch ein Schüler aus der 10 K ! :D
Als ich heute im Blog vorbeischaute, entdeckte ich auch diese Seite, die über unseren bitfrischen Blog schrieb. Zunächst finde ich es, wie Jonas schon erwähnte, sehr verwunderlich und erfreuend zugleich, dass unser gerade mal 4 Tage alte Blog schon publik gemacht hat.
Ich finde die Methode ein Blog für den Deutschunterricht zu errichten ist absolut genial. Man kann seine Kreativität nun voll und ganz nutzen und sich im wahrsten Sinne des Wortes ,, die Seele rausschreiben”
Dies hätte auch im normalnen Unterreicht im Heft passieren können, doch bloggen ist da schon noch was anders. :)
Man geht nun , mein empfinden, mit einer gewissen Vorfreude auf die Hausaufgabe zu. Ja ich kann selbst nicht glauben , dass ich mal Vorfreude und Hausaufgabe zusammen in einem Satz schreiben werde. Die Freude auf nette Kommentare und gute Kritik ist schon was Besonderes. Es ist das was phil erwähnte. Das kribbeln die Spannung auf wenns vielleicht albern klingen mag, es ist genauso wie er es beschreibt.
Diese Kommentare, die auf Blogs geschrieben werden, sorgen dafür ,dass man sich auch den eventuell vorhandenden Blog des Kritikers zu wendet und auch kommentiert. Es ergibt sich eine richtige Blog-Gemeinschaft. Einfach fazinierend.
Und der Artikel ,,Schief liegen” ist ehct genial und noch viele andere die ich hier fand und hoffentlich noch finden werde, denn ab heute schaue ich regelmäßig vorbei!
Gruß Lars
Spaß an Hausaufgaben durch Blogs? Teufelszeug!
Aber stimmt schon. Blogs lehren einem das Schreiben. Eben, weil man es nicht nur für sich alleine tut. Ich habe in meiner ganzen Schulzeit wahrscheinlich nicht so viel Kreativität in Texte gesteckt, wie ich es in knapp zwei Jahren bei dieser Seite hier getan habe. Wobei ich hinzufügen muss, dass der Delphin weder mein einziges noch mein erstes Blog ist. Aber es ist mein persönlichstes.
Ich bin übrigens auf euch gestoßen, weil ihr zu mir gelinkt habt und das dann hier in meinem Adminbereich angezeigt wurde. Sonst wär das wohl nicht so schnell gegangen.
Das lustige am “Schief liegen” Artikel ist übrigens, dass ich ihn fast nicht geschrieben hätte, weil mir der Moment anfangs viel zu nichtig war. Aber das macht ihn wohl aus. Die Mischung aus Nichtigkeit und der Verarbeitung in ganze zwei Absätze. ;)
Ich schließe mich Lars und Jonas an!
Ich wollte nur noch sagen, das es auch der Blog heißen kann…
MfG Lisa
Hier lesen übrigens auch dir unbekannt 0815-Angestellte, die gerade aus dem sonntäglichen Schlafkoma erwacht sind, mit. Und endlich beginne ich zu verstehen, was es mit dem tollen Blogtitel auf sich hat. Du bist der Delphin, und wenn man dich kommentiert, wirst du gehauen. So entstehen die Hämatome. Fragt sich nur, wie du jetzt aussieht, mit all deinen Blutergüssen.
[...] vorbeischauen. Die Artikel lesen, die in den vergangenen Tagen untergegangen sind. Beim Philipp das Bloghouse entdecken. Und wieder ins Bewusstsein zurückrufen, weshalb wieso warum dieses ganze [...]
Liebe Klasse 10k, klickt mal auf den Trackback von miss sophie hier über meinem Kommentar. :)
Lisa: Jepp, “der” Blog geht nach Duden auch. Aber erstens klingt es verdammt doof und ist zweitens nicht herleitbar. Der Duden nimmt halt gerne auf, was trotz Fälsche viel benutzt wird. Er behauptet ja auch, “Pizzas” sei neben dem Wort “Pizzen” eine zulässige Mehrzahl von Pizza. Einfach, weil es so viele Leute so lange falsch gesagt haben. ;) Wenn du wissen willst, wieso “das” richtiger als “der ist, dann schau mal hier und hier für ein bisschen Klugscheißerei. Sorry. ;)
Torsten: Ich nehm euch alle. Egal, was ihr macht. Hauptsache ihr habt Spaß. Die Interpretation mit dem ich mich hauen lassen gefällt mir jetzt aber nicht so wirklich. ;)
@Lisa Oho, vorsicht Wespennest ;).
Ich bin mal so frei, meine Überlegungen zu “der Blog” hier zu verlinken. Da sind Begründungen für beide Verwendungsweisen drin.
@philipp :)
und sorry, die Gegenmeinung musste ich hier auch noch bringen ;)
sophie: Sicher doch, ich will hier nix unterdrücken. ;) Hätte ich selber dran gedacht, hätte ich drauf verwiesen, sorry. :)
10k: Noch eine Sache. Ihr solltet ernsthaft darüber nachdenken, eure Kommentare für jedermann zu öffnen. Wird sich garantiert lohnen. :)
Phil: Lag ich da also nich richtig? Ich dachte nur, wenn du die Kommentare “Hämatome” nennst… Irgendwer muss doch jetzt Hämatome haben. Entweder du oder deine Kommentatoren. Denn Hämatome brauchen ja einen Körper zu dem sie gehören, sie können nicht für sich allein stehen. Vielleicht ist diese Begrifflichkeit genauso wie “Delphine hauen” ja auch nur ein Jux von dir, und du hast dir gar nichts Großartiges dabei gedacht. Wenn doch, verrat doch mal, wie du auf diesen Blogtitel gekommen bist? Oder möchtest du es gar nicht definieren und dir gefällt gerade dabei die offene Definierbarkeit bzw. Interpretationsfähigkeit, die du durch deine Definition (vielleicht) endgültig ersticken würdest?
Einen tiefen Sinn hat der Name nicht. Also er basiert auf jeden Fall auf keinem Erlebnis oder keiner wilden Theorie. Natürlich gibt es einige Gedanken dahinter, nur sind die wirklich nicht überzubewerten. Hauptsächlich mag ich, dass man sich kurz mit ihm beschäftigen muss und man dann ein bisschen mit ihm spielen kann. So, wie du das ja gerade tust. :)
Dass ich “Hämatome” statt “Kommentare” benutze, ist dann aber wirklich einfach nur, weil ich in dem einen Moment beim Basteln einfach was anderes haben wollte. Da war “Hämatome” das erste passende und ist somit also kein berechnetes Stilmittel. :)
So zusammengefasst ziemlich langweilig.
Mensch, ich liebe Geheimnisse, aber auf der anderen Seite auch die Erfahrung, wenn diese gelüftet werden – danke! :)
Also ich finde die Theorie zu dem Namen, wie sie von Torsten beschrieben wurde, genial! Delphine – draufhauen – Hämatom! :)
Das ist ja auch richtig und gewollt. Aber die Idee, das *ich* der Delphin bin, war dann doch falsch. :)