Ich habe mich immer für jemanden gehalten, der Machern von Neuverfilmungen möglichst offen den nötigen künstlerischen Freiraum einräumt. Aber – ja natürlich lief das hier auf ein Aber hinaus – aber auch für mich gibt es da Grenzen. Grenzen, die weitweit überschritten sind, wenn es sich um Figuren handelt, die ich so sehr in mein kleines Herz geschlossen habe, wie Elwood P. Dowd und seinen six feet three and a half inches großen Freund Harvey. Und eben deshalb erfüllt mich das, was der Guardian hier berichtet, bis Oberkante Unterlippe mit einem Gefühlscocktail aus Enttäuschung und Verbitterung mit einem doppelten Schuss Verachtung.
Steven Spielberg‘s next project will be a remake of Harvey, the Oscar-winning 1950 film which starred James Stewart as a man whose best friend is an invisible giant rabbit. The original movie, an adaptation of the Pulitzer prize-winning play by Mary Chase, won Josephine Hull the Academy Award for best supporting actress for her performance as Stewart’s long-suffering sister, Veta, while Stewart was himself nominated for the best actor prize.
(…)
According to Variety, Spielberg aims to start shooting early next year, and is expected to approach A-list actors such as Tom Hanks and Will Smith for the film.
Es sind nicht viele, aber es gibt ein paar Filme, die sind, was sie sind und sollten auch genau das bleiben und in Würde Altern. Klar, Ausnahmen sind natürlich immer erlaubt, aber die können mit einer an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von den Namen Hanks und Smith umgeben sein.
Wenn man doch so blind vor Selbstverliebtheit oder gar einfach nur geschichtenlos ist, liegt es eventuell nahe, MAL ERNSTHAFT ÜBER SEINEN VORRUHESTAND NACHDENKEN, HERR SPIELBERG!!
AUSHOLEN & ZUSCHLAGEN
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Ich bin der erste, der beim Remake-Bashing dabei ist. Aber.
1.) Ist es ein Unterschied, ob man ein unnötiges Remake von Klassikern aus den 80s nachdreht, nur damit man Asche machen kann, oder ob man eine Geschichte der 50s nimmt und sie neu erzählen will, noch dazu, wenn das Remake von einem der profiliertesten Geschichtenerzähler der Neuzeit kommen wird.
2.) Ich kenne das Original nicht (blame me) und mir fehlt die emotionale Nähe, aber jemandem wie Spielberg Selbstverliebtheit und Geschichtslosigkeit vorzuwerfen ist – sorry! – Bullshit.
3.) Ich kann mir Tom Hanks mit einem imaginären Riesenhasen sehr gut vorstellen. Sogar sehr, sehr gut. Und dann nochmal besser unter der Regie von Spielberg. War James Stewart nicht ganz einfach der Tom Hanks der 50er?
4.) Jeez, sogar mein Lieblings-80s-Horror „Nightmare on Elm Street“ wird neu gedreht und ich kann mich (einigermaßen) damit anfreunden. Get over it. ;)
Und wie ich Stephen Spielberg Selbstverliebtheit und Geschichtslosigkeit vorwerfe! Ich weiß nicht, ob du gerade direkt aus den 80ern kommst, aber wirf mal einen Blick in seine Filmographie der letzten zehn Jahre!
Old Boy mit Will Smith (Hallo?). Indiana Jones 4, War of the Worlds (mit dem ich als Remake weniger Probleme als als Film überhaupt habe) und am allerallerschlimmsten: A.I.
Über den filmgeschichtlichen Mehrwert von The Terminal und Minority Report kann man sich vielleicht noch streiten. Was übrig bleibt sind Munich und Catch Me If You Can. Und die sind mir zur Wiederherstellung (edit: bzw zur Aufrechterhaltung) des Legendenstatus wahrlich ein bisschen zu wenig.
Ich habe Spielberg mal sehr gemocht. Mir ist bewusst, was für große Geschichten er erzählt hat. Aber momentan sieht das für mich so aus, als wäre das vorbei. Und Will Smith und Tom Hanks für ein wie auch immer angelegtes Remake von Harvey zu besetzen, ist ein weiterer Indikator für mich. Sorry. ;)
Old Boy mit Will Smith kann man nicht bewerten weil nicht gedreht. Will Smith ist ein facettenreichen Schauspieler, glaube ich zumindet, denn seine Leistung in „The Legend of Bagger Vance“ ist ziemlich gut. Zugegeben, der Rest nicht so. Aber hier reden wir über Gerüchte, was ich nicht mag.
Fest steht: Spielberg dreht den Film und Du magst sein neueres Filmschaffen nicht. Gerne.
Tatsächlich halte ich „War of the Worlds“ für seinen besten seit Jaws, sehr stringentes Storytelling, sehr dichte Atmosphäre, sehr gute verkapitulierung (whatever this means) der Geschichte. Und letztendlich sehr gute Inszenierung angesichts der Zeitgeschichte im Zuge von 9/11.
An „A.I.“ gibt es da auch außer dem (damals) abgenutztem Gesicht von Haley Joel Osment nichts auszusetzen. Ein traumhafter Film, der sich eng an Kubricks Vorgabe hält und das eben bebildert.
Unter uns Filmfreunden: Ich denke, Du bist ein bisschen Batz ;)
Zu Tom Hanks und den Remakes liebgewonnener Klassiker habe ich nur ein Wort zu sagen: Ladykillers ..
Dass ich A.I. und WOTW für brilliante Filme halte: geschenkt. Aber bei der Harvey-Nummer handelt es sich ja in erster Linie mal um ein Theaterstück, das später dann auch mal verfilmt wurde, sogar mehrfach. Die 1950er-Version mit Stewart ist die bekannteste, vielleicht auch erstmal beste, aber eben auch nur eine von mehreren. Und wenn Spielberg den Text nun noch einmal verfilmen möchte, ist das in erster Linie mal das: eine neue Verfilmung eines Theaterstückes. Im übrigen habe ich selbiges nie gelesen, ich weiss gar nicht, wie die bisherigen Verfilmungen mit der Vorlage umgegangen sind. Könnte doch also auch durchaus sein, dass Spielberg hier eine näher am Original liegende Version verwirklichen wird. Natürlich nur Mutmassung, aber das tust du oben ja genauso.
[...] Kopf! Diese Animationen! Dieses grenzdebile Grinsen! Digitale Notenblätter! Und überhaupt: Kein Will Smith, kein Tom Hanks und kein Tom Cruise! Einfach nur Spaß und furchtlose [...]