1 year ago Phil Ein Kommentar

Ich mag die Menschen dieser Stadt ja sehr. Als ich letzte Woche Zwecks Bond am Leipziger Platz aus der U-Bahn stieg, empfing mich oben auf dem Gehweg zum Beispiel dieser Kollege hier. Was zuerst vielleicht wie ein spontan entstandenes Werk aussieht, muss ja aber doch irgendwie ziemlich gründlich geplant gewesen sein, wenn man mal davon ausgeht, dass es auch in Berlin wohl nur wenige Menschen gibt, die zufällig und ohne Hintergedanken mit Klarsichtfolie, Sofateilen und Einkaufswagen spazieren gehen.

Anderes Beispiel: Ich steige morgens häufig am Rosenthaler Platz von der Tram in die U-Bahn. Unten in einer Ecke neben den letzten Stufen zum Bahnsteig der U8 steht normalerweise ein Geldautomat, bei dem ich mich immer wieder frage, wer sich eigentlich traut, sowas ernsthaft zu benutzen. Jetzt weiß ich’s: Böse Leute mit schweren Werkzeugen. Denn solche vergriffen sich kürzlich sehr ambitioniert an den Armaturen des Geldspenders und krempelten ihn ziemlich sorgfältig einmal auf Links, um an die inneren Werte zu gelangen. Seitdem steht der Automat nun trostlos in seiner grellen Ecke und wartet darauf, dass ihn jemand abholt und als Elektroschrott entsorgt. Und ganz genau das haben wiederum sehr clevere Bewohner dieser Stadt erkannt und nun einfach ihre alten Drucker daneben gestellt, auf dass diese ebenfalls mitgenommen werden. Denn so entsorgt man hier seine Elektronik: Mit Köpfchen und auf dem Arbeitsweg.

Update (12. Nov.): Vorhin auf dem Heimweg hab ich gesehen, dass sich mittlerweile auch ein alter Fernseher dazu gesellt hat.

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